Blog für den Altkreis Ebern
 Im-Baunachgrund.de 
THEMENSEITE • Neubau Landesbaudirektion Ebern
Grafik

Spezial: Stadtbild bewahren

Ebern-Gasthof-Post-Coburger-Str
Auch Häuser, die nicht unter Denkmalschutz stehen, können erhaltenswert sein

Zitat

Denkmalpflege hat die Aufgabe, Zeugnisse der Geschichte zu erforschen und zu erhalten.

Jörg Schulze, Vortrag Architektur Forum Rheinland/Domforum Köln


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VIDEO • Städtische identitätsstiftende Orte brauchen historisierende Anleihen

Architektonische Inspirationen

Eingebettetes Video von Architektur_TV – „Top 3 der Gebäude-Rekonstruktionen in Deutschland“, via Youtube

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EBERN  Landesbaudirektion  • Planen und Bauen ohne Grenzen

„Alles muss weg – alles darf hin“

Smbl-festhalten
Symbolbild: ibg

Das VG-Mitteilungsblatt vom 12. Juni 2020 druckt auf den Seiten 5 bis 6 eine amtliche Bekanntmachung ab, und zwar „zum Vorentwurf der 5. Änderung des Bebauungsplanes Westlich der Bahnhofstraße – Neubau Landesbaudirektion“. Zum konkreten Inhalt gelangt man über diesen Link: Ebern.de

Im-Baunachgrund.de hat die wichtigsten Inhalte herausgefiltert: 


Alles wird abgerissen. (Planentwurf)

Es geht nicht ums Stadtbild: „Hierzu ist vorgesehen einen Architektenbewerb (Anmerkung d. Red.: Architektenwettbewerb) durchzuführen, um optimale Dienstbedingungen in den Liegenschaften zu realisieren und baulich zur Umsetzung zu bringen.“ (Begründung, Seite 5) 


Bauweise: „Die nunmehrige Änderung (Anmerkung d. Red.: des Bebauungsplans) soll eine nachhaltige Bebauungsverdichtung und eine Baukubatur neuzeitlicher Bauweise ermöglichen, die auf die Bedürfnisse der Fachbehörde für den Neubau des Dienstgebäudes der Landesbaudirektion in Ebern abgestimmt ist. (Begründung, Seite 3) 

„Die Gebäude sind als Putz,- Blech- oder Holzbauten zu erstellen. Sichtbetonoberflächen, Sichtmauerwerk, Schiefer- und Holzverkleidungen sind zulässig, ebenso alle farblichen Gestaltungen.“ (Begründungen, Seite 8) 


Gebäudelänge: „Es gilt die abweichende Bauweise. Damit sind auch Baukörper mit einer Kantenlänge von mehr als 50 m zulässig.“ (Begründung, Seite 7) 

„Maximale Gebäudelängen sind nicht festgesetzt.“ (Begründung, Seite 8) 

Gebäudehöhe: „Eine maximale Gebäudehöhenbeschränkung wird nicht festgesetzt, um alle möglichen sachgerechten Kubaturen für den Behördenneubau zuzulassen.“ (Begründung, Seite 8) 

Dach: „Als Bauformen sind sonach Einzelhäuser und Nebengebäude in abweichender Bauweise, auch Staffelgeschosse, mit allen Dachformen wie z.B. Satteldach, Walmdach, Flachdach, Zeltdach, Mansardendach, Scheddach, Tonnendach oder Pultdach etc. zulässig. Alle Dachneigungen und Dachkonstruktionen sind zulässig, auch Staffelgeschosse.“ (Begründung, Seite 7) 

„Zur Dacheindeckung dürfen alle handelsüblichen Materialien und Ziegeln und Bleche etc. verwendet werden. Farbeinschränkungen bestehen nicht.“ (Begründung, Seite 8) 


Keine Muss-Vorschrift: „Im stadtbildprägenden Bereich sollte hinsichtlich der Fassadengestaltung, der Dachgestaltung der Gebäude und Gebäudetrakte eine Orientierung an der vorhandenen Umgebungsbebauung hergestellt werden, um den Charakter im Stadtbild weitestgehend zu erhalten.“ (Begründung, Seiten 7 und 8) 


Natur: „Erhaltenswerter Baumbestand besteht nicht.“ (Begründung, Seite 5) 

Schwalbennester? – „Kartierte Schutzgebiete, die einer besonderen Betrachtung hinsichtlich umweltrelevanter Belange bzw. artenschutzrechtlicher Prüfungen (sap) unterliegen, sind nicht bekannt.“ (Begründung, Seite 6) 

„In dem zum Abbruch vorgesehenen Gebäudebestand auf Fl.Nr. 617, Gmkg. Ebern können u.U. Schwalbennistplätze vorhanden sein. Soweit dort noch Populationen vorgefunden werden, ist für den vorhandenen Schwalbenbestand eine Umsiedlung bzw. der Neubau eines Schwalbenhauses angezeigt, für welcher ein geeigneter Standort gefunden werden muss.“ (Begründung, Seite 11) 


Zufahrt: „Auf die Festsetzung einer Grundstückszufahrt wird verzichtet …“ (Begründung, Seite 9) 

Quellen: 
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EBERN  Bahnhofstraße  • Planung ohne Stadtbildpolitik?

Baukultur

Ebern-Gasthof-Post-nachts
Abgebildet: Gasthof Post (östliche Seite der Bahnhofstraße), Ebern

Abriss ... und dann? 

Viele Städte haben sich eine Altstadtsatzung gegeben. Ebern gehört dazu, hier heißt sie Gestaltungssatzung für die historische Innenstadt. Der Sinn und Zweck besteht darin, das historische Stadtbild zu bewahren. Ursprünglicher Ausgangspunkt waren baufällig gewordene Gebäude, deren Bausubstanz insbesondere in den 50er- und 60er-Jahren kaum jemand als erhaltenswert erachtete.

So wurde in den Nachkriegsjahren in vielen Ortschaften mehr alte Bausubstanz durch Abriss und (damals) moderne Neubauten zerstört als im 2. Weltkrieg. Der Wirtschaftsaufschwung machte es möglich.

Hier darf auch das Leitbild der sogenannten „autogerechten Stadt“ in Erinnerung gerufen werden, das auch in Ebern zum Tragen kam, als das alte Kopfsteinpflaster am Marktplatz einer eingeebneten Asphaltbahn weichen musste. Noch heute machen sie sich im Stadtrat darüber Gedanken, wie die Durchfahrtsgeschwindigkeit wieder gesenkt werden kann. Wie die Straßenverhältnisse in Ebern früher ausgesehen haben, kann man am ehesten mit dem Kopfsteinpflaster in der Königsberger Altstadt vergleichen.

Zwar befanden sich Stadtbilder schon immer in einem gewissen Wandel, aber nur eine gezielte Stadtbildpolitik kann bewirken, dass der nächsten Generation ein beliebiges Häuserchaos erspart bleibt.

Es kommt vielmehr darauf an, dass die zahlreichen geschützten Kulturdenkmäler (Gebäude) auch von nicht geschützten, aber dennoch erhaltenswerten Gebäuden visuell gestützt und eingerahmt werden, damit das Gesamtbild des Altstadtbereichs intakt bleibt.

Da mutet es geradezu unbekümmert an, wenn die Altstadtsatzung in Ebern ganz wichtige Ensemble-Zeilen aus der Altstadtsatzung herausnimmt, wie zum Beispiel in der Rittergasse das Ämtergebäude, das ehemalige Gesundheitsamt und sogar den Diebsturm.

Eine ähnliche Situation stellt sich im Bereich der Bahnhofstraße dar. Stadtauswärts gesehen gilt links der Bahnhofstraße die Gestaltungssatzung für die Altstadt, rechts davon (Gasthof Post) nicht.

Durchaus eine Situation, mit der sich der neue Stadtrat zumindest beschäftigen könnte, bevor das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs zur neuen Landesbaudirektion vollendete Tatsachen schafft. Dafür ist der Stadtrat übrigens auch da.

(ibg, 20.5.2020)
Ebern-Karte-Gestaltungssatzung
Rötlich: Gültigkeitsbereich der Gestaltungssatzung für die historische Innenstadt von Ebern

 Stadtbildpolitik    Was andere dazu meinen


Links

infranken.de:
„Der Abbruch der ‚Post’ in Ebern ist Unfug“ | 17.5.2020

Meinungsforum für Ebern und den Umkreis:
„Landesbaudirektion Ebern:
Wo bleibt der städtebauliche Gestaltungswille?“
| 8.5.2020

infranken.de:
„Wettstreit für Europas Architekten“ | 27.3.2020



Bad Practice:
Nichtoffener Realisierungswettbewerb in Hollfeld auf Competitionline.com:
„Erweiterung des denkmalgeschützten Bartholomäusspitales in Hollfeld“ | 4/2019

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LANDESBAUDIREKTION • Das ist der Stellenplan für die neue Behörde

Grafik143,2 Arbeitsplätze für Ebern?

Ebern-Landesbaudirektion-Schild
Bild: ibg

Wenn der Stellenplan 2020 für die Landesbaudirektion Bayern in dem Maße für Ebern zutreffen würde, wie er im Haushaltsplan 2019/2020 beschrieben worden war, dann könnte das für Ebern zukünftig bis zu 143,2 hochqualifizierte Arbeitsplätze bedeuten. 

Nun kommt es aber darauf an, wie viele Arbeitskräfte dauerhaft an anderen Standorten der Landesbaudirektion arbeiten (werden). 


Planmäßige Beamte Besoldungsgruppe Stellenzahl 2020
Präsident/in der LBD B3 1
Leitende Baudirektoren/-innen A16 4
Baudirektoren/-innen A15 17
Bauoberräte/-rätinnen A14 7
Oberregierungsrat/-rätin
1
Bauräte/-rätinnen A13+AZ 8
Bauräte/-rätinnen A13 25
Regierungsamtsräte/-rätinnen A12 3
Technische Amtsräte/-rätinnen
3
Regierungsamtmann/-frau A11 1
Technische Amtmänner/-frauen
1
Regierungshauptsekretär/in A8 1
Zusammen 72



Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen

Arbeitnehmer/innen E14 14
Arbeitnehmer/innen E13 6
Arbeitnehmer/innen E12 22
Arbeitnehmer/innen E11 6,7
Arbeitnehmer/in E10 0,5
Arbeitnehmer/innen E9 8
Arbeitnehmer/innen E8 3
Arbeitnehmer/innen E6 9
Zusammen
69,2



Leerstellen

Arbeitnehmer/in E14 1
Arbeitnehmer/in E12 1
Arbeitnehmer/in E11 1
Arbeitnehmer/in E10 1
Arbeitnehmer/in E9 1
Arbeitnehmer/in E8 1
Arbeitnehmer/in E6 1



Gesamtübersicht

Planmäßige Beamte
72
Arbeitnehmer/innen
69,2
Personalsoll A
141,2
(ohne Leerstellen usw.)




Ferner:

Personalsoll B

Arbeitnehmer/innen
2



Gesamtsumme Personalsoll A + B
143,2

Quelle: Haushaltsplan Freistaat Bayern 2019/2020

(ibg, 29.4.2020)


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BEHÖRDEN-NEUBAU • Was können Architekten-Wettbewerbe leisten?

GrafikDas Schloss entstellt

 Thema    Landesbaudirektion


Medienberichte

MeinungEbern.wordpress.com: „Maximale Intransparenz“ | 30.3.2020

Neue Presse: „Baudirektion beginnt Bau nicht vor 2021“ | 30.3.2020

infranken.de: „Wettstreit für Europas Architekten“ | 28.3.2020

Exkurs in einen anderen Landkreis

 Architektur heute   

Beispiel:

Erweiterungsbau des Landratsamtes Neustadt a.d.Waldnaab


 Landratsamt Neustadt a.d.Waldnaab   

Neustadt Waldnaab 1

Bild (unverändert): „Neustadt Waldnaab 1“, Foto: btr, Lizenz: CC BY-SA 2.5, eingebettet via Wikimedia Commons

Das Landratsamt in Neustadt an der Waldnaab ist im barocken Schloss Lobkowitz aus dem 17. Jahrhundert untergebracht.

Im Jahr 2019 wurde ein hufeisenförmiger moderner Erweiterungstrakt fertiggestellt, für 100 Mitarbeiter/innen.

Die Kosten des neuen Gebäudes, das direkt an das historische Schloss angebaut wurde, beliefen sich auf ungefähr 8 Millionen Euro.


 So sieht der Anbau aus   

Eingebetteter Post via Facebook (17.6.2020)

Für den Architektenentwurf zeichnete das Büro Bruno Fioretti Marquez aus Berlin verantwortlich. Quelle: „BR.de“ | 2.6.2019

Dieses Architektenbüro gewann beim Wettbewerb um den Erweiterungsbau des Landratsamtes den 1. Preis. Quelle: „Competitionline.com“ | 4.2016

(ibg, 31.3.2020)

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LANDESBAUDIREKTION • Freistaat Bayern erwarb ehemaligen Gasthof Post

GrafikSieht es in Ebern bald so aus?

Ebern-Stadtlandschaft-Gasthof
Rückansichten: Gasthof Post und frühere Filmburg (nachmaliger Delta-Markt) fügen sich ins Stadtensemble ein und bilden damit eine städtebauliche Gesamtheit

Luftbild des Areals an der Bahnhofstraße, Einmündung Coburger Straße


 Gasthof Post – Filmburg    via Geoportal.Bayern.de

Die Luftaufnahme zeigt, dass dem Neubau nicht nur ein riesiger Gebäudekomplex (Gasthof Post, Tabakwaren-Geschäft, ehemalige Reinigung, ehemalige Filmburg), sondern auch viele Bäume weichen müssten – ein gigantischer Eingriff.

(ibg, 28.3.2020)

Ebern-Montage-Landesbaudir-Gasthof
Fotomontage: ibg | Wird wieder ein architektonisches Ungetüm gebaut?

Ebern-Gasthof-Post-Kreisel
Abgebildet: Gasthof Post in Ebern

Der Freistaat Bayern hat den ehemaligen Gasthof Post erworben. In einem noch zu errichtendem Neubau sollen etwa 100 Arbeitsplätze für Mitarbeiter/innen der Landesbaudirektion Bayern im Zentrum der Stadt entstehen. 

Laut Pressemitteilung des Bayerischen Bauministeriums wurde der Vertrag zum Kauf des ehemaligen Gasthofs Post am 6. März 2020 unterzeichnet. 

Noch weiß niemand, wie der Neubau aussehen soll und wie er sich in das historische Stadtbild einfügen wird. Anscheinend soll zuvor der altehrwürdige Gasthof abgerissen werden, Auflagen zur städtebaulichen Gestaltung des Neubaus gibt es offenbar keine. 
(ibg, 7.3.2020, aktualisiert 28.3.2020) 

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LANDESBAUDIREKTION • Was die Presse darüber schreibt
Grafik

Medienchronik

Neubau Landesbaudirektion 

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