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Im Baunacher Talgrund

Baunach-Stadt-2



BAUNACH • Die Legende vom heiligen Viktor

Bergkapelle zu St. Maria Magdalena

Magdalenenkapelle Baunach Legendenbild
Bild (unverändert): „Magdalenenkapelle Baunach Legendenbild“, Uwe Barghaan,
Lizenz: CC BY 3.0, via Wikimedia Commons


Der folgende Text (mit originaler Rechtschreibweise) stammt wörtlich aus dem Sagenbuch der Bayerischen Lande, München 1853:

„Die Bergkapelle zu St. Maria Magdalena bei Baunach ist die Ruhestätte des heiligen Viktor mit dem Zunamen Ueberkom, welchen Baunach im Leben als Mitbürger und nach dem Tode als Heiligen seit uralter Zeit verehrt. 

In der Kapelle befindet sich dessen Grab, und seine Geschichte ist auf einem Gemälde an der Wand dem Eingange gegenüber vorgestellt, in den Hauptzügen folgende.

Viktor war von früher Jugend auf fromm und gottesfürchtig, und fuhr oft mit zwei Pferden nach Rom, auch nach Compostella. Im Alter kehrte er nach Hause zurück, verwendete sein erworbenes Vermögen nach Christi Lehre für die Armen, und entschlief mit dem Nachruhme der Heiligkeit. 

Als man ihn vor seinem Tode fragte, wo er sein Grab finden wolle, befahl er, seine Leiche von seinen Pferden ausfahren zu lassen, und wo diese stille stehen würden, ihn zu bestatten und darüber aus seinem Vermögen eine Kapelle zu Ehren der heiligen Maria Magdalena zu bauen. 

Dabei ereignete sich ein Wunder. Diejenigen, denen er den Vollzug seines letzten Willens aufgetragen, machten – vielleicht aus Vorwitz – den Anfang des Baues an einem andern Orte, als welchen die stillstehenden Pferde bezeichneten.

Allein Alles, was während des Tages erbaut worden, ward in der Nacht von den Engeln an die von den Pferden bezeichnete Stelle getragen. So befolgte man endlich den Willen des Verstorbenen und baute die Kapelle zu dem Grabe des heiligen Viktor. 

Hinter der gegenwärtigen Kapelle, auf der Fläche des Hügels steht heutiges Tages noch die steinerne Kanzel des zuerst begonnenen Kapellenbaues.“  

(ibg, 12.10.2018)

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RECKENDORF • Preisgeld für 100 Heimatschätze

Preisgeld für das Haus der Kultur

Reckendorf-Preis-Heimat-externBild
Bild: © Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat
Die Reckendorfer Vertreter/in bei der Preisverleihung am 13.7.2018 in München


Wie das Bayerische Heimatministerium im Januar 2018 bekannt gegeben hatte, suchten die Landesstelle für nichtstaatliche Museen und der Bayerische Landesverein für Heimatpflege – in Kooperation mit dem Heimat- und Kunstministerium – die „100 besten Heimatschätze“.

Bis zum 23. April 2018 konnten sich alle nichtstaatlichen Museen in Bayern bewerben. Den Gewinnern waren 1.000 Euro Preisgeld in Aussicht gestellt worden.

Die Jury hat nun die Reckendorfer Bewerbung mit dem Prädikat „Heimatschatz“ inklusive Preisgeld gewürdigt. Die Verantwortlichen des Hauses der Kultur (ehemalige Synagoge) hatten als Teilnahmeobjekt eine jüdische Kinderhose in den Heimatwettbewerb eingebracht.

Aus nächster Umgebung wurden zwei weitere Exponate als Heimatschatz prämiert. Nämlich ein „Leichenbitterstab“ (Heimatmuseum Ebern) und ein „Rückert Gedicht“ im Friedrich.Rückert.Poetikum Oberlauringen (Link zum Bild).
(ibg, 14.7.2018)

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ST. OSWALD • Das neue Altarbild des Leipziger Künstlers Michael Triegel

Ein Triegel für Baunach

Eingebettetes Youtube-Video von Kunst und Film
„Michael Triegel über sein Papst-Porträt von Benedikt XVI.“


Am 11. März 2018 wurde die Stadtpfarrkirche St. Oswald nach dem großen Umbau wiedereröffnet. Der Kirchenraum ist etwa um ein Drittel kleiner geworden, und der Altar befindet sich jetzt wieder im Chorraum. Dass für den Altar ein neues Bild gemalt worden ist, fällt sofort auf, ist aber in der medialen Berichterstattung vielleicht etwas in den Hintergrund getreten. 

Das neue Hochaltarbild hat der Leipziger Künstler Michael Triegel geschaffen, den ZEIT ONLINE im März 2018 als den bedeutendsten Kirchenmaler seiner Zeit bezeichnet hat und der 2007 auch Bilder für den neuen Seitenaltar in der Stadtpfarrkirche Ebern gemalt hatte, siehe den Bericht des Deutschlandfunks.

In Baunach ist er nun ebenfalls vertreten, altmeisterlich und fotorealistisch. Sein anrührendes Altarbild „Menschwerdung“ stellt ein riesiges Weihnachtsmotiv dar: Christi Geburt. Zu sehen sind das Jesuskind, Maria und Josef sowie einer der Drei Heiligen Könige, eine Katze, alle in einem Bretterverschlag, der wie eine Scheune aussieht.

Wüsste man nicht, dass es sich um ein neues Werk handelt, könnte man glatt meinen, es hätte seinen Platz schon immer in der Kirche gehabt. Triegel verwendet allerdings seine eigene Bildsprache, die seine Darstellungen rätselhaft und geheimnisumwittert wirken lassen. So stellen sie eine neue, künstlerisch einzigartige Ausdrucksform dar. Unüblich für Künstler: Der Meister erklärt seine Werke, macht sie so verständlicher. Als Fazit bliebe nur noch zu sagen: „Großartig!
(ibg, 12.7.2018)

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BAUNACH • 30.6. bis 1.7.2018

Auftakt für das neue Stadtfest

Toy balloons red and blue
Symbolbild: „Toy balloons red and blue“, B. Weber, upload by User:Parpan05,
Lizenz: CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons


Das Altstadtfest hatte es 30 Jahre lang gegeben, dieses Jahr tritt an seine Stelle das neue Baunacher Stadtfest. Was geblieben ist: Nach wie vor gibt es viele Gründe zum Feiern mit vielen Anziehungspunkten.

So startet am 30. Juni schon um 9:00 Uhr ein Benefizlauf zugunsten eines Zirkusprojekts der Grundschulen Baunach und Reckendorf. Um 14:00 Uhr ist die Einweihung der neuen Fußgängerbrücke über die Baunach dran, um 15:00 Uhr sollen 200 Liter Freibier am Bürgerhaus fließen.

22 Bands und Musiker machen in Eigenregie und ohne Gage Straßenmusik (Spenden willkommen), 40 Kunsthandwerker/innen haben sich angesagt und fürs leibliche Wohl ist auch bestens gesorgt.

Und was dann noch alles kommt, ist so umfangreich, dass man es kaum noch aufzählen kann: Hüpfburg, Kinderkarussell, Schlauchbootfahrten auf der Baunach, Luftballon-Wettbewerb, Flohmarkt, Kinderzaubershow und vieles mehr. Hier hilft ein Blick ins Programmheft, das man sich von den Internetseiten der VG Baunach hier als PDF downloaden kann.
(ibg, 25.6.2018)

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JUGEND-UMWELTFESTIVAL • 18. bis 21. Mai 2018 in Baunach

Nanu, der NAJU lädt ein!

Eingebettetes Youtube-Video der NAJU vom Jugend-Umweltfestival 2016

Die NAJU (Naturschutzjugend im NABU) lädt alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen vom 18. bis 21. Mai 2018 zum Jugend-Umweltfestival für eine bunte Landwirtschaft nach Baunach ein.

Wer ist was?

Die Naturschutzjugend (NAJU) ist ein eigenständiger Kinder- und Jugendlichenverband der Naturschutzorganisation Naturschutzbund Deutschland (NABU). In Bayern kennt man meist die Partnerorganisation unter dem Namen Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Worum geht es?

Die Teilnehmer/innen machen vier Tage bei Naturschutzeinsätzen und dem Bau von Insektenhotels mit.

Außerdem können Jugendliche mit der Grünen-Politikerin Lisa Badum (MdB), dem Präsidenten des LBV und Landwirt/innen über eine bunte und nachhaltige Landwirtschaft diskutieren.

In Workshops kann man seine Artenkenntnisse auffrischen und zum Beispiel etwas über Klimawandel und Landnutzung in Malawi erfahren.

Auch das Feiern soll nicht zu kurz kommen. Tanzen am Lagerfeuer ist zum Beispiel geplant, obendrein geben die Bands „Mellosheen“, „Waste“ und „He Told Me To“ Konzerte.

Wo ist das Jugend-Umweltfestival des NABU?

Veranstaltungsort des Jugend-Umweltfestivals ist das Pfadfinderzentrum Baunach, Bahnhofstr. 41.

Weitere Informationen und den Programmentwurf (PDF-Download hier) finden Sie unter Naju.de.
(ibg, 14.5.2018)

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ERDKUNDE • Wo das Baunachtal Bachnachtal heißt, da ist Bamberg

Wo ist das Bachnachtal?

Bildschirmfoto-Bachnachtal-03
Bildschirmfoto, infranken.de, 1.3.2018

Extra auf der Landkarte nachgesehen: Dort konnten wir in und um Reckendorf weder ein Bachnachtal noch eine Bachnach entdecken.
(ibg, 1.3.2018)

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BRÜCKENBAU • Verbindungsklammer zur historischen Altstadt

Die Doppelbrücke von Baunach

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Abgebildet: Neue Fußgängerbrücke (links) in Baunach

Hoppla, was schwimmt denn da unter der neuen Fußgängerbrücke über die Baunach? – Eine Warnbake neben den Seerosen.

Die Bauart der neuen Brücke ist das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs aus dem Jahr 2015. Auf der Webseite Competitionline.com wird die Beurteilung des Preisgerichts zitiert. In etwa der Tenor: Der neue Übergang erkenne die historische Sandsteinbrücke an und stehe mit der vorgefundenen Flusslandschaft und der Stadtlandschaft in einer angemessenen Verbindung.

Der Abstand der neuen Fußgängerbrücke zur nebenan befindlichen denkmalgeschützten Baunachbrücke von 1856 sei also bewusst so gewählt worden, dass ein guter Blick auf diese historische Nachbarbrücke möglich ist
(ibg, 4.7.2017)

Baunach-Fussgaenger-Bruecke-02
Die neue Fußgängerbrücke ist angenehm breit

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HEIMATKUNDE • Was waren eigentlich Distrikte?

Die Distriktgemeinde Baunach

Distrikte-Ebern-Baunach
Grafik: Im-Baunachgrund.de

Vom Krankenhaus Ebern heißt es, es sei 1912 für die Distrikte Ebern und Baunach eröffnet worden. Was hat es eigentlich mit diesen „Distrikten“ auf sich? Wozu dienten sie und wie groß waren sie? Ein Blick zurück in die Geschichte.

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses 1802/1803 war Baunach vom Hochstift Bamberg ans kurfürstlich regierte Bayern gelangt, das 1806 zum Königreich erhoben wurde.

Von 1810 bis 1814 gehörten im Wesentlichen die rechts von Main und Itz gelegenen Teile des Landgerichts Baunach zum Großherzogtum Würzburg (Staatsvertrag vom 26. Mai 1810). Danach fiel das Baunacher Gebiet mit Würzburg an Bayern zurück. Mit diesem Staatsvertrag wurde übrigens neben Baunach auch das bambergische Zeil am Main würzburgisch. Im Gegenzug musste das Großherzogtum Würzburg Seßlach an Bayern abtreten; Rodach und Itz markierten die neue Grenze.


Karte Hochstift Bamberg
Bild: „Karte Hochstift Bamberg um 1700“ via Wikimedia Commons,
Johann Baptist Homann; User D.j.mueller; gemeinfrei, Public Domain


Aus „Geschichte des Baunachgrundes“ von Georg Ludwig Lehnes (1842), Seite 180:

„Einen wesentlichen Zuwachs an Gebiet und Macht erhielt der Großherzog (Anmerkung: von Würzburg) als Entschädigung für seine Theilnahme an den Kriegen, welche der Rheinbund, in Verbindung mit Frankreich, seit 1806 geführt hatte, in dem Staatsvertrage, der am 8. Mai 1810 zu Paris zwischen Frankreich und Würzburg geschlossen wurde, und welchem am 26. Mai desselben Jahres der Traktat zwischen Würzburg und Bayern folgte. In demselben überließ Bayern an Würzburg unter andern: einen Theil von dem (bambergischen) Landgerichte Baunach. Durch Traktat vom 19. Juni 1814 zwischen König Maximilian Joseph von Bayern und Kaiser Franz 1. ging das Großherzogthum Würzburg wieder an das Königreich Bayern über.“

Landgerichte

Schon im Jahr 1802 wurden in Bayern durch eine von Kurfürst Max Josef erlassene Verordnung Landgerichte eingeführt. Sie waren sowohl für die Verwaltung als auch für die Rechtsprechung verantwortlich. Auf dem Gebiet des späteren Landkreises Ebern sollten die Landgerichte Gleusdorf (Baunach) und Ebern gebildet werden.

So entstand im Jahr 1803/1804 in Gleusdorf ein kurfürstlich bayerisches Landgericht, das im dortigen Schloss untergebracht war. 1808 wurde es nach Baunach verlegt, nannte sich aber zunächst weiter (seit 1806: Königliches) Landgericht Gleusdorf.

Von 1810 bis 1814 war es Großherzoglich Würzburgisches Landgericht, nachher Königlich Bayerisches Landgericht Gleusdorf. Erst ab 1840 hieß es schließlich nach seinem Sitz: Landgericht Baunach.

Distriktgemeinden

Obwohl der Begriff Distriktgemeinde erstmals in einem Gemeindeedikt aus dem Jahr 1818 erwähnt worden war, wurden erst 1852 – wie überall im Königreich Bayern – Distrikt(s)gemeinden gebildet, räumlich deckungsgleich mit den Zuständigkeitsbereichen der Landgerichte. Im Königreich Bayern wurden so insgesamt 240 Distriktgemeinden geschaffen, darunter auch Baunach und Ebern.

Die Distriktgemeinden waren Gemeindeverbände mit eigener Rechtspersönlichkeit und gelten deshalb als die ersten Vorläufer heutiger Landkreise. Zu den Aufgaben der Distrikte gehörte es, für Distriktstraßen und Sparkassen zu sorgen sowie Krankenhäuser und Altenheime zu bauen. Auch für überörtliche Schulen und die Anschaffung von Feuerwehrgerätschaften waren die Distrikte zuständig.

Bereits seit dem 13. Mai 1808 gab es in Bayern sogenannte Steuerdistrikte, mit deren Hilfe nicht nur das Eintreiben von Steuern verbessert, sondern auch das Staatsgebiet vermessen werden sollte.

Vom 1. Juli 1862 an wurden schließlich Rechtsprechung und Verwaltung getrennt. Die Rechtsprechung blieb bei den Landgerichten, für Verwaltungsaufgaben waren die neu konzipierten 143 Bezirksämter im Königreich Bayern zuständig.

Im neuen Bezirksamt Ebern bestanden bis 1919 die beiden Distriktgemeinden Baunach und Ebern sowie die zwei Landgerichtsbezirke Ebern und Baunach fort. Erst 1919 wurden die Distriktgemeinden (Selbstverwaltungsgesetz vom 22. Mai 1919) zum Bezirk Ebern als Gebietskörperschaft vereinigt. 1939 wurden die Bezirke in Landkreise umbenannt.

Seit 1879 hießen die bisherigen Landgerichte im ganzen Kaiserreich einheitlich Amtsgerichte (Gerichtsverfassungsgesetz vom 1. Oktober 1879), so auch in Baunach und Ebern. 1932 wurde das Amtsgericht Baunach aufgehoben und mit dem Bezirk des Amtsgerichts Ebern vereinigt.

Baunach-Amtsschloss
Abgebildet: Amtsschloss in Baunach

Nach der bayerischen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 umfasste das Bezirksamt Ebern 19.920 Einwohner, davon 8.891 Einwohner im Landgericht bzw. Distrikt Baunach.

58 Ortschaften in 25 Gemeinden im Landgericht bzw. Distrikt Baunach:

Appendorf (247 Einwohner), Baunach, Markt (1.123), Breitbrunn (267), Daschendorf (143), Dorgendorf (183), Gerach (599), Gleusdorf (383), Hermannsberg (138), Höfen (327), Kirchlauter, Markt (538), Laimbach (158), Lauter (332), Leppelsdorf (406), Lussberg (287), Mürsbach, Markt (599), Neubrunn (358), Pettstadt (94), Priegendorf (253), Reckendorf (1.009), Reckenneusig (199), Rentweinsdorf, Markt (506), Rudendorf (279), Salmsdorf (121), Sendelbach (194) und Treinfeld (146)

(ibg, 3.6.2017)

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HEIMATKUNDE • Als der Hopfen- den Weinanbau verdrängte

Der Hopfenbau in Baunach

Hopfenfeld in Bayern 1
Bild: „Hopfenfeld in Bayern“, Dr. Mirko Junge, Lizenz: CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der folgende Text (mit originaler Rechtschreibweise) stammt wörtlich aus: Zeitschrift des landwirthschaftlichen Vereins Bayern, sechsundvierzigster Jahrgang, München, 1856, Seite 112:

„Der Hopfenanbau in Baunach beginnt vom Jahre 1805 und ist allmählig an die Stelle des Weinbaues getreten, den er nun gänzlich verdrängt hat.

Im Jahre 1805 hat ein dortiger Landmann zuerst 100 Stöcke daselbst angelegt und cultivirt und so den Grund zu dem jetzt so bedeutenden Hopfenbau in Baunach gelegt. *)

Obwohl begünstigt durch eine Großherzoglich Würzburg’sche Verordnung, welche der Hopfencultur eine dreijährige Befreiung des ärarialischen Zehents zusicherte, – begünstiget durch die Wohlfeilheit der Hopfenstangen und die meist hohen Preise des Hopfens von 1 fl. 45 kr. bis 2 fl. 42 kr. und darüber pr. Pfd., fand derselbe doch nur allmählig und langsam weitere Verbreitung, und nur die geringeren südöstlich, südwestlich und selbst ganz östlich gelegenen Weinberge, welche nach ihrer Lage auch nur ein geringeres Product liefern konnten, oder andere weniger geeignete kleinere Grundstücke wurden der Hopfencultur gewidmet, daher auch der in früherer Zeit gewonnene Hopfen weit hinter dem jetzigen Gute zurückstand.

In den ausgedehnten besseren südlichen Lagen, besonders des Krainberges, in welchen freilich auch ein besserer Wein producirt wurde, wurde noch im Jahre 1834 ein beträchtliches Weinquantum gebaut, und so groß war das Vorurtheil gegen den sicheren und besseren Ertrag des Hopfenbaues, daß im Jahre 1835 ein in Baunach ansässig gewordener Bierbrauer nur durch einen richterlichen Spruch – entgegen einer gegen ihn erhobenen Klage – ermächtiget werden konnte, einen eigenthümlichen Weinberg im Krainberge aushauen zu dürfen.

Von dieser Zeit an gewann die Ueberzeugung die Oberhand, daß die Qualität des Baunacher Weines mit jener anderer Weingegenden nicht gleichen Schritt halten konnte, und die Weinberge fingen an, auch in der besten Lage des Krainberges zuerst dem Monatsklee und dem Getreidebau, dann vorzüglich aber dem Hopfenbau zu weichen, so daß gegenwärtig von den ehemaligen Weinbergen keine Spur mehr zu sehen ist.

Entlegene Feldparzellen, nicht selten zur Ablagerung der aus den Weinbergen abgelesenen Steine benützt, oder überhaupt durch eine Reihe von Jahren verwildert, mit Gesträuch und Dörnern verwachsen, mit Quecken angefüllt und fast werthlos, nicht selten auch um einen Spottpreis verkauft, wurden nun allmählich gereinigt, der Hopfencultur gewidmet und haben einen hohen Werth erhalten.

Seine dermalige Ausdehnung aber hat der Hopfenbau in Baunach erst seit 10 Jahren erlangt, so daß in dem laufenden Jahre 1855 an 1500 Centner erzielt worden sind.

Der Hopfenbau hat sich daselbst als sehr vortheilhaft erwiesen und zur Wohlhabenheit Vieler den Grund gelegt.

_____

*) Burkard Roppelt, welcher in einem Alter von 80 Jahren — aber erblindet, doch sonst gesund und rüstig, noch lebt.

Anmerkungen
• ärarial: die Staatskasse betreffend

• unklar: Großherzoglich Würzburg’sche Verordnung für Baunach?

(ibg, 31.5.2017)

Siehe auch:
Der historische Hopfenbau in Baunach von Thomas Gunzelmann

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BILDER(BUCH)STRECKE • Nach Baunach brummen die Loks

Hier lebt selbst der Güterverkehr

Nebengleis-Baunach
Aufnahme aus dem Jahr 2017

Güterverkehr auf Nebenbahnstrecken ist selten geworden. Auf der Strecke nach Ebern brummen aber noch Dieselloks mit Güterwaggons bis Baunach. Denn dort ist ein Großhandelsunternehmen für Flüssiggas ansässig. Die Ware, also das Gas, wird in Kesselwagen nach Baunach angeliefert. Damit die Lok für die Rückfahrt Richtung Breitengüßbach umgespannt werden kann, ist das zweite Gleis am Bahnhof Baunach notwendig. Die Webseite Drehscheibe-online.de zeigt dazu eine schöne Bilderstrecke aus dem Jahr 2004.

» zu Drehscheibe-online.de

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KULTUR  Museum  • Neue Nutzung für altes Gebäude
Video-Link

Das neue Krippenmuseum

Baunach-Krippenmuseum

Das 1543 erbaute Beinhaus mit Gewölbekeller drohte zu verfallen. Damit das Gebäude erhalten werden konnte, stiftete Domkapitular Jürgen Lenssen seine Krippensammlung – allerdings unter der Auflage, dass die Sammlung in einem Baunacher Museum ausgestellt wird. Damit war für den alten Karner eine neue Nutzung gefunden worden. Nötig war außerdem ein gläserner Anbau, über den eine Wendeltreppe in den Keller führt. Die Um- und Ausbaumaßnahmen sollen 930.000 Euro gekostet haben, die Eröffnung fand am 17. Dezember 2016 statt.

Öffnungszeiten:
Sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr
Internet: VG-Baunach

Youtube-Link

Youtube:  Bistum Würzburg – „Krippenmuseum Baunach“

Baunach-Krippenmuseum-vorher
Vor der Renovierung

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LINKSAMMLUNG  Heimatkunde  • Die besten Geschichten zur Geschichte

Die beste(n) Geschichte(n)

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Zur Geschichte von Baunach und seiner Umgebung schlummern im Internet herausragende zeitgeschichtliche Dokumentationen. Manche haben Zeitungsredakteure oder freie Mitarbeiter/innen der Lokalzeitungen recherchiert und als Artikel veröffentlicht, andere Hobby- und Heimatforscher in ihrer Freizeit mühsam zusammengetragen. Dabei fußen die Ergebnisse der Nachforschungen oft auf vereinsgeschichtlichen Chroniken, wissenschaftlicher Forschungsarbeit oder mündlicher Überlieferung. Die besten Geschichten aus dem Netz zur Baunacher Stadtgeschichte möchten wir hier zusammentragen.


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ZUM MITMACHEN • So buchstabiert sich unsere Stadt

Das Baunacher Buchstabieralphabet

Marktplatz-Baunach

Schlagwörter finden, die die eigene Stadt von A bis Z widerspiegeln? Ist doch einfach, mag man sich vielleicht denken. Nur, dazu muss man seinen Ort ein bisschen kennen. Vor zwei Jahren rief der Birgit-Ebbert-Blog zur Blogparade „Meine Stadt von A bis Z“ auf. Und tatsächlich hatten sich viele andere Blogger/innen beteiligt und ihre Stadt verschlagwortet.

Für Baunach sei dies nun nachgeholt. Probieren Sie es doch auch einmal für Ihren Ort aus! Sie werden merken, irgendwie scheint vieles, was erwähnenswert ist, mit den gleichen Buchstaben zu beginnen. Und was fällt einem bloß zum Y ein?

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ST. OSWALD • Baunach

Stadtpfarrkirche wird umgebaut

Baunach-Kirchturm
Baunach-Kirchenschiff

2016 begannen umfassende bauliche Veränderungen an der Baunacher Stadtpfarrkirche St. Oswald. Neben der Sanierung steht auch die Umgestaltung des Kircheninneren an. Die bisherigen 400 Sitzplätze sollen auf 250 bis 280 reduziert werden. Dazu soll im Kirchenraum eine Trennwand eingezogen werden. Danach würden die Bänke wieder auf den alten Chor ausgerichtet, wie das schon vor der Kirchenerweiterung in den Jahren 1970 bis 1972 gewesen ist.

Im abgetrennten Teil sollen die Sakristei, Gruppenräume und Büros Platz finden. Die Außenansicht soll weitgehend bewahrt werden. Die geschätzten Baukosten würden bei 3,5 Millionen Euro liegen.

Befürchtungen, dass die Kirche nach den Umbaumaßnahmen zu klein ausfalle, wurden u.a. im Internet zerstreut. Dort hieß es im Januar 2016, dass man bei Neubauten als Berechnungsgrundlage für die Sitzplätze einer Kirche den Wert von 10 Prozent der Katholiken einer Pfarrei heranziehe. Zudem würden an einem normalen Sonntag nur 150 Gottesdienstbesucher gezählt. Was viele Gemeindemitglieder freuen dürfte: Die Heiligenfiguren aus den Vorräumen sollen wieder in den Kirchenraum zurückkehren.

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Impression aus Baunach

Amtsschloss-Baunach

Bild: Fürstbischöfliches Amtsschloss von 1689 (Jagdschloss), Spätbarock, Treppenturm an der Westseite, erbaut durch den Bamberger Fürstbischof Marquard Sebastian Schenk von Stauffenberg, vollendet unter Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn. Zwischen 1838 und 1870 war das Gebäude Sitz des Landgerichts, von 1870 bis 1932 Sitz des Amtsgerichts Baunach. Nachher nutzte bis 1982 ein Bekleidungsunternehmen die Räumlichkeiten. Heute befindet sich in dem restaurierten Gebäude ein Seniorenzentrum.

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BÜRGERHAUS • Baunach • Altstadt
Video-Link

Bürger- statt Brauhaus

Lechnerbr

Im Bild der Eingangsbereich zur ehemaligen Brauerei Lechner in Baunach. Dort ist von 1729 bis 1987 Bier gebraut worden. Das Gelände wurde in einem Zeitraum von zweieinhalb Jahren saniert, umgebaut und beherbergt heute Veranstaltungsräume, das sogenannte Bürgerhaus sowie die Bücherei, Läden, Praxen und ein Eiscafé.

Nicht nur der alte Schriftzug am Eingangstor „Lechner Bräu – Erste Baunacher Export-Bier-Brauerei“ wurde belassen. Auch das gesamte Ensemble, das die Altstadt mit Mälzereiturm, Tor und Sudhaus prägt, konnte erhalten werden.

Von der Eröffnungsveranstaltung am 30. Juni 2013 gibt es bei Youtube.com ein Video im Internet.

Youtube-Link

Youtube:  Video Eröffnung – „Bürgerhaus Lechner Bräu“

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B 279 • Baunach • Reckendorf

Durchgangsverkehr – neue B 279?

Die Bundesstraße 279 ist die Hauptverkehrsstrecke im Altkreis. Außerhalb der Ortschaften ist sie mittlerweile großzügig ausgebaut worden. Nur vor Maroldsweisach gibt es noch einen Streckenabschnitt, der nicht begradigt und verbreitert worden ist. Aber da gibt es ein weit größeres Problem: die Ortsdurchfahrten. Nur um den Bereich Ebern verläuft die B 279 als Umgehungsstraße. Durch Baunach, Reckendorf, Rentweinsdorf, Pfarrweisach und Maroldsweisach mitsamt den an der Strecke gelegenen Ortsteilen quält sich weiter der Verkehr.

Den Baunachern ist schon lange an einer Umgehungsstraße gelegen, wie Transparente, die lange Zeit entlang der Stadtdurchfahrt aufgestellt waren, belegt hatten. Die Frage ist nur, wo soll die Umgehungsstraße für Baunach und Reckendorf verlaufen? Im Osten oder im Westen? 

Verkehr

Ein Großteil der Baunacher Bürgerinnen und Bürger favorisierte im Jahr 2012 eine Ostumgehung, doch das Staatliche Bauamt plädierte für eine (teurere) Westumgehung. Denn gegen eine Ostumgehung sprächen Belange des Naturschutzes. Die Bürgerinnen und Bürger hingegen verwiesen neben den höheren Kosten darauf, dass eine Westumgehung das Landschaftsbild stärker beeinträchtigen würde und der vorherrschende Westwind Feinstaub und Verkehrslärm in die Stadt tragen würde. Zudem befinde sich das Baunacher Gewerbegebiet im Osten und könne mit einer Westumgehung nicht optimal angebunden werden.

Auch in Reckendorf gab es keine einheitliche Meinung. Die Bewohner im Osten, um den Bahnhof, sähen eine Umgehung eher im Westen, während die Siedler westlich der bestehenden B 279 die neue Umgehung tendenziell im Osten trassiert wüssten.

ReckendorfAnsicht
Reckendorf mit dem markanten Kirchturm

Zuletzt sollten zwar noch einmal beide Trassenvarianten geprüft werden, allerdings schien bereits fraglich zu werden, ob der Bund überhaupt noch ausreichend Mittel für den Neubau von Umgehungsstraßen zur Verfügung stellen könne. Denn es müssten auch bereits bestehende Bundesstraßen und Brücken saniert werden – wie die Stadtdurchfahrt von Baunach, die 2014 an der Reihe war. Seitdem war das Thema Umgehungsstraße aus den Medien weitgehend verschwunden. 

B 279: Bundestagsabgeordnete griff Thema wieder auf

Mit Datum vom 21.12.2015 war schließlich auf der Webseite der für Baunach und Reckendorf zuständigen Bundestagsabgeordneten, Emmi Zeulner (CSU), zu lesen, dass die Umgehungsstraßen von Baunach und Reckendorf „in die höchste Dringlichkeitsstufe des neuen Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden“ sollen.

Doch es kam anders. Emmi Zeulner, CSU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Kulmbach und damit auch für den unteren Baunachgrund zuständig, teilte am 16. März 2016 in einer Presseerklärung mit:

Für den Bau der Ortsumgehungen (B 279) von Baunach und Reckendorf konnte kein vordringlicher Bedarf im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplans festgestellt werden. Denn „aufgrund der hohen Kosten und der naturschutzrechtlichen Bedenken“ hätten weder die Überlegungen zu einer östlichen noch zu einer westlichen Trassenführung berücksichtigt werden können. Übrig blieb lediglich die Einordnung unter der Rubrik „weiterer Bedarf“.

Somit dürften bis zum Jahr 2030 kaum mehr Aussichten bestehen, eine Umgehungsstraße zu verwirklichen. Emmi Zeulner: „Hier muss zuallererst eine Einigkeit vor Ort hergestellt werden, bevor wir die bundespolitische Forderung weiter verfolgen.“

In einer später veröffentlichten aktualisierten Version (Juli 2016) des Bundesverkehrswegeplans tauchte dann doch noch die Umgehung von Baunach als „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ auf. Der Abschnitt um Reckendorf blieb weiterhin nur als „weiterer Bedarf“ eingestuft.

Link:
Projektinformationssystem (PRINS) zum Bundesverkehrswegeplan 2030

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KURZPORTRÄT • Baunach

Baunach kompakt

Fränkische Drei-Flüsse-Stadt – so wird Baunach auch genannt, liegt die Stadt doch an den Flüssen Baunach, Lauter und Main. Und auch die Itz fließt ganz in der Nähe in den Main. Den Namen hat sie vom Flüsschen bekommen, der der Stadt am nächsten liegt: Baunach.

Baunach ist eine der ältesten Siedlungen im Baunachgrund, bereits im Jahre 802 wurde der Ort urkundlich erwähnt. 1328 erhielt Baunach zum ersten Mal das Stadtrecht, das im 19. Jahrhundert wieder verloren ging und 1954 erneut verliehen wurde. Für das Jahr 1422 ist Weinbau am Kraiberg, einem der beiden Hausberge von Baunach, belegt. 1689 soll Hopfenanbau belegt sein. 1862 kam Baunach zum Bezirk Ebern, behielt aber bis 1932 sein Amtsgericht.

Den Anschluss an die weite Welt erhielt die Stadt, als im Oktober 1895 die Lokalbahn in Betrieb genommen wurde. Die Bahnlinie ist heute in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) eingebunden, mit jeweils stündlich verkehrenden Zügen Richtung Bamberg und Ebern.  

BahnhofBaunach
Im renovierten, ehemaligen Bahngebäude befindet sich heute ein Restaurant, Reisende steigen am neuen, modernen Bahnsteig ein und aus.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören die Pfarrkirche St. Oswald, die spätgotische Magdalenenkapelle, viele Fachwerkhäuser sowie das Holztor mit den „Hölzernen Männern“. Im 1689 erbauten fürstbischöflichen Amtsschloss waren früher das Landgericht und später das Amtsgericht untergebracht. 2009 wurde es zu einem Seniorenzentrum umgebaut.

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GESCHICHTE • Brücken im Baunachgrund

Historische Baunachbrücken

Bruecke-Baunach
Die historische Brücke (1856) in Baunach über den gleichnamigen Fluss

Zu den historischen Baunachbrücken zählt neben der Frickendorfer Baunachbrücke (erbaut 1757) und der Leucherhofbrücke (1710) auch die dreibogige Baunacher Sandsteinbrücke aus dem Jahr 1856, die nahe beim Bahnhof die Stadt Baunach mit Daschendorf an der Itz verbindet. Die vierte Baunachbrücke im Bunde ist die zwischen Ebern und Sandhof (erbaut 1725). Diese Brücke wurde allerdings im April 1945 gesprengt, so dass heute nur der Wiederaufbau aus den Jahren 1951/52 zu besichtigen ist. An allen Brücken waren bzw. sind noch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich.

Leucherbruecke3
Leucherhofbrücke

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Mehr von Baunach aus der Zeitung:

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